Die Zuverlässigkeit von Leiterplatten hängt in hohem Maße von der Unversehrtheit der Laminatstruktur ab. Wenn sich die Verbindung zwischen Kupferfolie, Prepreg und Laminatmaterialien zu lösen beginnt, spricht man von einer Delaminierung der Leiterplatte.
Eine Delaminierung kann während der Fertigung, der Montage, bei Umweltprüfungen oder im Betrieb auftreten. Sobald es zu einer Schichtenablösung kommt, können die elektrische Leistungsfähigkeit, die thermische Stabilität und die mechanische Festigkeit beeinträchtigt werden.
Für Hersteller und Konstrukteure ist es unerlässlich, die Ursachen für die Delaminierung von Leiterplatten zu verstehen, um die Produktzuverlässigkeit zu verbessern und die Ausfallraten zu senken.

Inhaltsübersicht
Was ist eine Delaminierung bei Leiterplatten?
Unter „Delamination“ versteht man die Ablösung von miteinander verbundenen Schichten innerhalb der Leiterplattenstruktur.
Zu den üblichen Orten gehören:
- Grenzflächen zwischen Kupfer und Laminat
- Schnittstellen zwischen Prepreg und Kern
- Interne mehrschichtige Klebeflächen
- Haftbereiche der Lötmaske
Eine Delaminierung kann sich wie folgt äußern:
- Blasen
- Luftblasen
- Schichttrennung
- Oberflächenquellung
- Innere Hohlräume
In schweren Fällen kann die Platine elektrisch unbrauchbar werden.
Weiterführende Literatur: Herstellung von Mehrschicht-Leiterplatten
Warum die Delaminierung von Leiterplatten ein ernstes Zuverlässigkeitsproblem darstellt
Im Gegensatz zu kosmetischen Mängeln beeinträchtigt die Delaminierung direkt die mechanische und elektrische Integrität der Leiterplatte.
Mögliche Folgen sind unter anderem:
- Offene Stromkreise
- Erhöhte Impedanzschwankungen
- Verminderter Isolationswiderstand
- Thermischer Ausfall
- Durch eine Verschlechterung der Zuverlässigkeit
- Montagefehler
In der Automobil-, Industrie- und Medizintechnik führt eine Delaminierung häufig zum vollständigen Ausfall des Produkts.
Häufige Ursachen für die Delaminierung von Leiterplatten
Übermäßige Feuchtigkeitsaufnahme
Feuchtigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Delamination.
Leiterplattenmaterialien nehmen auf natürliche Weise Feuchtigkeit auf während:
- Lagerung
- Verkehr
- Produktionswartezeiten
Beim Reflow-Löten dehnt sich eingeschlossene Feuchtigkeit rasch zu Dampf aus.
Dieses Phänomen wird gemeinhin als bezeichnet:
- Popcorning
- Dampfbedingte Delaminierung
Das Vorbacken der Platten vor dem Zusammenbau trägt dazu bei, dieses Risiko zu verringern.
Interner Link: PCB-Verformung und Reflow-Verformung
Falsche Laminierparameter
Der Mehrschicht-Laminierungsprozess erfordert eine präzise Steuerung folgender Faktoren:
- Temperatur
- Druck
- Heizrate
- Abkühlgeschwindigkeit
Falsche Parameter können zu schwachen Verbindungsstellen führen, die sich unter thermischer Belastung schließlich lösen.
Zu den häufigsten Problemen bei der Fertigung gehören:
- Unzureichender Harzfluss
- Ungleichmäßige Druckverteilung
- Unvollständige Aushärtung
Unglückliche Materialauswahl
Nicht alle Laminate verhalten sich unter thermischer Belastung gleich.
Materialien minderer Qualität können folgende Merkmale aufweisen:
- Geringe Schälfestigkeit
- Hohe Feuchtigkeitsaufnahme
- Verringerte Tg-Leistung
Für anspruchsvolle Anwendungen geben Ingenieure häufig folgende Vorgaben an:
- FR4 mit hoher Glasübergangstemperatur
- Verlustarme Laminate
- Materialien in Automobilqualität
Übermäßige Nachbearbeitungszyklen
Jeder Nachbearbeitungszyklus führt zu einer zusätzlichen thermischen Belastung.
Wiederholter Kontakt mit Löttemperaturen kann folgende Auswirkungen haben:
- Abbau von Harz
- Nachlassende Anleihekurse
- Innere Risse
Dieses Problem tritt häufig bei der Herstellung von Prototypen und bei Kleinserien auf.
Interner Link: Herstellung von PCB-Prototypen
Schlechte Kupferbilanz
Eine ungleichmäßige Kupferverteilung führt zu lokalen Unterschieden bei der Wärmeausdehnung.
Zu den Folgen gehören:
- Aufbau innerer Spannungen
- Verformung der Platte
- Beginn der Delaminierung
Eine sorgfältige Planung der Schichtung trägt dazu bei, diese Risiken zu verringern.
Interner Link: Leitfaden zum Aufbau von Leiterplatten

So erkennen Sie eine Delaminierung bei Leiterplatten
Visuelle Inspektion
Zu den ersten Anzeichen gehören:
- Oberflächenblasen
- Weiße Flecken
- Blasenbildung
- Abgehobene Kupferflächen
Querschnittsanalyse
Querschnittsprüfungen zeigen:
- Interne Trennung
- Harzhohlräume
- Haftungsfehler
Diese Methode wird häufig bei der Fehleranalyse angewendet.
Röntgenprüfung
Bei mehrschichtigen Leiterplatten kann die Röntgenanalyse dabei helfen, Folgendes zu identifizieren:
- Versteckte Hohlräume
- Schichttrennung
- Strukturelle Anomalien
Thermische Belastungsprüfung
Zu den Zuverlässigkeitsprüfungen gehören häufig:
- Thermoschock
- Thermisches Zyklieren
- Reflow-Simulation
Diese Prüfungen beschleunigen das Auftreten versteckter Mängel und decken schwache Verbindungsstellen auf.
So beugen Sie der Delaminierung von Leiterplatten vor
Verwenden Sie hochwertige Materialien
Die Materialqualität ist die Grundlage für langfristige Zuverlässigkeit.
Zu den wichtigen Faktoren zählen:
- Glasübergangstemperatur (Tg)
- Feuchtigkeitsbeständigkeit
- Schälfestigkeit
- Wärmeausdehnungseigenschaften
Optimierung der Steuerung des Laminierungsprozesses
Hersteller sollten Folgendes überwachen:
- Temperaturprofile der Presse
- Druckkonstanz
- Fließverhalten von Harz
- Heilungsbedingungen
Eine gleichmäßige Laminierung verbessert die Haftfestigkeit erheblich.
Feuchtigkeitseinwirkung kontrollieren
Zu den empfohlenen Vorgehensweisen gehören:
- Vakuumverpackung
- Trockene Lagerbedingungen
- Feuchtigkeitsschutzbeutel
- Kontrollierte Haltbarkeit
Bei feuchtigkeitsempfindlichen Platinen kann vor dem Einbau ein Ausheizen erforderlich sein.
Verbesserung des Laminataufbaus
Ein ausgewogenes Laminat hilft, innere Spannungen zu minimieren.
Zu den bewährten Verfahren gehören:
- Symmetrische Schichtstrukturen
- Ausgewogene Kupferverteilung
- Kontrollierte Dielektrikumsdicke
Interner Link: PCB-Herstellungsprozess
Übermäßige Nacharbeit reduzieren
Jeder weitere Temperaturwechselzyklus erhöht das Ausfallrisiko.
Wann immer möglich:
- Entwürfe vor der Produktion gründlich prüfen
- Manuelle Nachbearbeitungsschritte minimieren
- Kontrollierte Reparaturverfahren anwenden

Branchen, die am stärksten von Delamination betroffen sind
Kfz-Elektronik
Temperaturwechsel und Vibrationen beschleunigen Ausfallmechanismen.
Industrieausrüstung
Lange Betriebszeiten führen zu anhaltender thermischer Belastung.
Leistungselektronik
Anwendungen mit hohen Stromstärken führen zu lokaler Erwärmung.
Weiterführende Literatur: Leistungselektronik-Leiterplattenentwurf für Elektrofahrzeuge
Luft- und Raumfahrtsysteme
Extreme Umgebungsbedingungen erfordern höchste strukturelle Integrität.
FAQ
A: Zu den häufigsten Ursachen zählen Feuchtigkeitsaufnahme, mangelhafte Kontrolle des Laminierungsprozesses, minderwertige Materialien, übermäßige Temperaturwechselbeanspruchung und eine unsachgemäße Schichtung.
A: Kleinere Oberflächenfehler lassen sich manchmal beheben, doch eine innere Delaminierung kann in der Regel nicht vollständig behoben werden.
A: Üblicherweise kommen Sichtprüfungen, Querschnittsanalysen, Röntgenprüfungen und thermische Belastungsprüfungen zum Einsatz.
A: Ja. Bleifreie Verfahren laufen in der Regel bei höheren Temperaturen ab, was die thermische Belastung der Leiterplattenmaterialien erhöht.
A: Laminate mit hoher Glasübergangstemperatur und Materialien mit geringer Feuchtigkeitsaufnahme weisen im Allgemeinen eine bessere Beständigkeit auf.
Schlussfolgerung
Die Delaminierung von Leiterplatten ist ein kritisches Zuverlässigkeitsproblem, das sich auf die elektrische Leistungsfähigkeit, die mechanische Stabilität und die Lebensdauer des Produkts auswirken kann.
Den meisten Delaminationsfehlern lässt sich vorbeugen durch:
- Die richtige Materialauswahl
- Kontrollierte Laminierverfahren
- Feuchtigkeitsmanagement
- Ausgewogenes Stapelkonzept
- Wirksame Qualitätskontrolle
Indem sie diese Faktoren bereits in einer frühen Phase des Entwicklungs- und Fertigungsprozesses berücksichtigen, können Ingenieure die Zuverlässigkeit von Leiterplatten erheblich verbessern und langfristige Ausfälle im Einsatz reduzieren.